Wahres für Rares

Wenn man seine Wohnung zwecks Übersiedlung ausräumt, durchlebt man noch einmal seine Vergangenheit und es fällt immens schwer sich davon zu trennen. Selbst die Beweise schlechter Erfahrungen und trauriger Lebensabschnitte erscheinen verklärt und bewahrungswürdig. Doch meistens ist der neue Lebensraum nicht groß genug, um all seine Andenken mitnehmen zu können, und dann steht man vor der Entscheidung: Loslassen oder im Alten verharren?

 

Sissy steht inmitten von gefühlt tausend Schachteln im Keller ihres Hauses. Der Partyraum ist zum Depot umfunktioniert. Seit Wochen versucht sie die Spreu vom Weizen zu trennen. Vorerst nur in Gedanken, nun aber wird die Zeit knapp! Der Umzugstermin in die neue Wohnung naht mit Riesenschritten. 60 Jahre Leben, auf 180 m² verteilt zu verpacken und zur Übersiedlung bereitzustellen, bedarf enormer Logistik. Was alles im Keller und am Dachboden zum Vorschein kommt, ist sagenhaft!  

Sissy verweilt immer wieder und schwelgt in Erinnerungen: Alte Liebesbriefe,  Dokumente dreier Generationen, vergilbte Fotos, angeschlagenes Geschirr, vorsintflutliche Ballkleider, abgetragene Schuhe, zerbröselnde Faschingskostüme, vergilbte Schulsachen und Bücher, Reiseführer ohne Ende, kaputtes Kinderspielzeug, Weihnachtsdekoration in allen Farben, … Schiausrüstung, Rodel, Bob, Skateboard und Surfbrett der längst in alle Welt verstreuten Kinder; die Schreibmaschine ihres Vaters, das nie benützte Hochzeitsservice der Großeltern, die Feldpostbriefe ihrer Verwandten aus dem ersten und zweiten Weltkrieg, sämtliche Totenbilder aus der Sammlung der Großmutter, hunderte Dias samt altem Projektor, … es endet nicht!

 

Sie beschriftet sorgfältig und packt tagelang. Die Schachteltürme werden immer höher. Als Keller und Dachboden verpackt sind, zählt Sissy 20 Schachteln! Nach getaner Arbeit steht sie inmitten ihres Schachteluniversums und bespricht mit ihrem Liebsten die Umzugsmodalitäten. Sein Gesicht wird lang und länger und seine Miene verfinstert sich: „Weißt du eigentlich, dass wir in eine 75 m² Wohnung ziehen mit Kellerabteil, ohne Dachboden?!“

Schlagartig wird Sissy bewusst: „Das geht nicht rein!“ In ihrer Packeuphorie hat sie die Dimensionen vergessen, in nostalgischer Anwandlung wollte sie nichts loslassen, wollte alles mitnehmen.  

                                                            

Sissy ist am Boden zerstört: „Was lass ich los? Was nehme ich mit? Wo ziehe ich den Trennstrich?“ Sie nimmt die erste der Schachteln, beschriftet mit „Großeltern“, und beginnt wieder auszupacken…

Sissy arbeitet fast die ganze Nacht und sitzt am nächsten Morgen mit rotumrandeten Augen und übermüdet beim Frühstück. Nach langer Zeit liest sie wieder einmal die Tageszeitung und sortiert die Post, die sich schon tagelang angehäuft hat.

Ihr Blick bleibt plötzlich an Inseraten, Postwürfen und der Kolumne ihrer Lieblingsjournalistin hängen, die zufällig an diesem Tag über das „Loslassen“ schreibt. Aufrufe zu Spenden für Flohmärkte caritativer Organisationen springen ihr ins Auge. Inserate von Altwarensammlern erregen ihre Aufmerksamkeit. Sie entdeckt einen Postwurf mit den Öffnungszeiten des Altstoffsammelzentrums, den Standorten der Kleider -und Schuhsammelcontainer, den Sachspendenaufruf der Gemeinde für die im Ort aufgenommenen Flüchtlinge. Sissy ruft ihren Liebsten, erklärt ihm, dass sie nun gelernt habe loszulassen und wie sie es angehen werde. Sein Gesicht entspannt sich und er nimmt sie wortlos, aber zärtlich in die Arme!

 

Zwei Wochen später sind Keller und Dachboden leer! Nur drei „Memory“ Schachteln - von Oma, der eigenen Jugendzeit und der Kinder - sind vom Schachtelturm übriggeblieben. Auch die notwendigsten Gebrauchsgegenstände und Möbel stehen zum Umzug bereit!

Das Haus ist plötzlich leicht, scheint zu schweben! Und auch Sissy und ihr Liebster fühlen sich leicht und in einem Schwebezustand, befreit von alten Lasten, bereit zum Abheben ins neue Leben.

 

In der neuen Wohnung hat nun alles, was die beiden wirklich brauchen, seinen Platz. Das Kellerabteil ist nicht einmal überfüllt. Alles ist sauber verstaut und trotzdem griffbereit. Gelegentlich holt Sissy eine Memory-Schachtel hervor und versinkt für kurze Zeit in der Vergangenheit: Einige Alben mit Fotos, ein paar alte Dokumente, zehn interessante Bücher, ihr erstes Ballkleid, das Taufkleid der Kinder und der erste Strampler, die Märklin des Sohnes und die Barbie - Sammlung der Tochter, die beide Kinder in unsentimentaler  Art bei ihr zurückgelassen haben und die Sissy „zur Sicherheit“ für die zukünftigen Enkelkinder aufheben will.

Die anderen Sachen gehen ihr nicht wirklich ab!

 

Sissy hat das gute Gefühl es richtig gemacht zu haben. Einigen Menschen hat sie durch ihre Spenden Freude bereitet. Viele alte Sachen haben einen neuen Besitzer gefunden. Und vom Verkaufserlös der wertvolleren alten Dinge haben sie und ihr Liebster einen schönen Entspannungsurlaub in ihrem Lieblingshotel gebucht!

 

 

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