Post aus Istrien

Angenehmes, komfortables Wohnen - auch im Urlaub – ist heute für uns eine Selbstverständlichkeit. Aber das war nicht immer so! Ich denke noch gerne an die Ferienzeit meiner Kindheit und Jugend zurück. Heute betrachte ich voll Staunen – aber auch mit wachsenden Bedenken – wie rasant sich unserer Wohnansprüche entwickeln.

 

Schon in den Sechzigern durfte ich mit meinen Eltern auf Urlaub fahren. Es war damals ein Privileg, das nur wenige meiner Freundinnen und Klassenkameradinnen hatten. Unser damaliges Ziel war das heutige Ex-Jugoslawien. Die Halbinsel Istrien hatte es uns angetan. Sie war nicht so weit entfernt, immerhin „nur“ 12 Stunden Fahrzeit! Man bedenke, dass es damals keine Autobahn und keine Tunnels gab, und dass wir über den Phyrnpass, den Triebener Tauern und den Perchauer Sattel ins schöne Kärnten zuckelten und weiter über den Loiblpass nach Ljublijana. Dann ging es durch das heutige Slowenien bis an die kroatische Küste, und endlich konnten wir das Meer sehen. Wer es als Erster sah, bekam ein extra „Sladoled“, so heißt der Eislutscher auf Kroatisch.

 

Anfangs fuhren wir einige Jahre nach Umag, danach in die Nähe von Opatjia. Hier hatten wir einen netten Campingplatz gefunden, eine kleine Kiesbucht, einen „Konzum-Market“ und herrliches blaues Meer. Als ich noch ein Vorschulkind war, lebten wir drei Wochen zu dritt im Zweimannzelt, danach folgte ein Viermann-Familienzelt mit getrennter Schlaf-und Wohnkoje plus Vorzelt.

Ich erinnere mich noch ganz genau: an den Geruch der feuchten Zeltplane und der Luftmatratze; an die intensiven  Düfte der diversen Konservengerichte, die rundum zu den Essenszeiten auf einflammigen Gaskochern zubereitet wurden; an die Geräusche aus den Nachbarzelten, an das Meeresrauschen und an das meditative Prasseln des nächtlichen Regens auf die Zeltplane. Dieses Geräusch liebe ich noch immer – das Zelt ersetzt heute die Markise auf unserem Balkon – und wenn ich dabei die Augen schließe, fühle ich mich zurückversetzt in die Anfänge meiner Urlaubserinnerungen.

 

In den Siebzigern leisteten sich meine Eltern einen kleinen Wohnwagen, sie nannten ihn „Gypsy“, und damit wurde der Radius unserer Reisen größer: Italien bis zur Stiefelspitze, Frankreich-Spanien bis Barcelona, Ex-Jugoslawien entlang der dalmatinischen Küstenstraße bis Dubrovnik, Ungarn, Deutschland, Schweiz, … und ich durfte überall mit hin.

Der Wohnwagen bot Mobilität und einen bisher nicht gekannten Wohnkomfort. Drei Leute auf 8 m², mit zweiflammigem Gasherd, kleiner Abwasch, einer Doppelliege, die zum Tisch umgebaut werden konnte, einer Einzelliege mit 50 cm Breite für mich und mit einem Notbett zum Einhängen für Reisegäste.

 

In den Achtzigern und Neunzigern begann die Zeit der Schiffsreisen, der Städteflüge, die Zeit der „All-inclusive- Clubaufenthalte“ in riesigen Ressorts. Und plötzlich war der Anspruch geboren, im Urlaub müsste es noch viel komfortabler sein als daheim.

Wir flogen zum Urlaubsziel, und die Hotels „spielten alle Stückerl“. Mehr ging nicht; nur die Entscheidung, ob wir die Juniorsuite mit oder ohne Meerblick nehmen, ob das Hotel Pool, Spa und eigenen Strand bot, ob es zentral für Besichtigungen und doch in ruhiger Lage war und ob die Flugzeiten passten, spielte eine Rolle. Kroatien konnte damals all diesen Ansprüchen noch nicht gerecht werden und so suchten wir uns andere Destinationen: Griechenland, Türkei, Ägypten, Tunesien, Spanien und Übersee.

 

Jetzt schreiben wir das Jahr 2018, und ich sitze auf der Terrasse unserer geliebten Ferienwohnung und lasse meine Erinnerungen Revue passieren. Die Luxusressorts boten uns nur eine gewisse Zeit ihren Reiz. Tourismus pur und Rambazamba sowie heiße Schlachten an verschiedensten kalten Buffets konnten unsere Vorstellung von Urlaub, Erholung, Entdeckergeist und echtem Erleben fremder Kulturen nicht mehr befriedigen.

 

Wir sehnten uns nach Ruhe, Natur und Entspannung und suchten neue Wege, das Urlaubsgefühl früherer Zeiten wieder aufkommen zu lassen und unseren neuen Wünschen anzupassen. Aber heutzutage ist es nicht mehr so leicht, ruhige und gleichzeitig interessante Destinationen zu finden. Die Tourismuswelle schwappt beinahe überallhin, und kaum glaubt man, einen Ort der Stille gefunden zu haben, biegt schon ein Touristenbus um die Ecke und speit 50 reizende, aber anstrengende Menschen aus, die mit ihren Selfiestangen, dem Gewusel und dem Lärm jede innere Einkehr zunichtemachen. Dabei sind es nicht nur unsere asiatischen Freunde, jede Nation hat ihre Eigenheiten!  

                                                                   

Wir wollten diese Entwicklung nicht mehr mitmachen, doch es dauerte einige Jahre und brauchte einigen Energieaufwand für das Suchen, Planen und Abwägen unserer echten Urlaubsbedürfnisse. Bis wir endlich unsere Lösung fanden...    

Unsere neue, alte Art zu reisen!

Individuell, aber trotzdem sicher, mit moderner Technik und digitalem Netzwerk. Um unseren Entdeckertrieb zu stillen, fuhren wir im geräumigen Wohnmobil durch den Westen der USA und durch Neuseeland. Um unsere Sehnsucht nach Ruhe und Entspannung zu befriedigen, fanden wir unsere Ferienwohnung – na wo? In Istrien!!! Nicht weit entfernt vom Campingplatz meiner Kindheit! Kurios, wie sich die Kreise  schließen ...

 

Heute hat sich die Anreisezeit durch Autobahn und Tunnels auf sechs Stunden reduziert. Die Wohnung ist gut und modern ausgestattet, sie liegt in einem Haus mit insgesamt vier Appartements und Pool inmitten eines mediterranen Gartens. Zum blauen Meer sind es 900 Rita-Schritte und zum einzigen Laden in diesem winzigen istrischen Dorf sind es 500. Was braucht man mehr, um glücklich zu sein?

Ich wüsste schon noch etwas … ein Sladoled
😉

 

 

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