Leben und Wohnen in Neuseeland

Post aus Neuseeland - Grüße aus Down Under

Kia Ora! Es ist eine verrückte Welt! 

Du kommst nach einer 40 Stunden Anreise - davon 25 Stunden reine Flugzeit - aus Europa in diesen Inselstaat am anderen Ende der Welt, steigst aus dem Flieger und stehst gefühlt auf dem Kopf.

 

Da ist erst einmal der riesige Zeitunterschied! Neuseeland ist um 12 Stunden voraus und skypen mit meinem Liebsten ist jeweils nur am frühen Morgen oder am späten Abend möglich. Wir liegen also praktisch immer im Bett, wenn wir miteinander plaudern. Hat auch seinen Reiz ;-)

Außerdem sind die Jahreszeiten entgegengesetzt! Im Dezember beginnt hier der Sommer und ein Advent mit Jungvögelgezwitscher am Morgen, frischem Spargel, Erdbeeren, sowie Weihnachten unter Palmen mit Barbecue auf der Terrasse bringen meine sonst so „einwendige“ Adventszeit gehörig durcheinander.

Wir schmücken zwar das Haus mit importierter Weihnachtsdekoration und laden die Nachbarn am Nikolotag zu Glühwein mit selbstgebackenen Keksen ein, doch den Lobster (hier Crayfish genannt) hat der Nachbar am Tag zuvor frisch aus dem Meer geholt! Wir halten die Traditionen hoch, um uns selbst und der kleinen Enkelin einen Hauch der Heimat näherzubringen, doch alles fühlt sich anders an, verkehrt rum. Ich verstehe gerade zu solchen Anlässen, dass für ein gesundes Leben im Ausland die Verbindung zu seinen Wurzeln ganz besonders wichtig ist. Anpassung ist richtig, die von vielen ewig Gestrigen geforderte Assimilation meiner Meinung nach aber unangebracht.

Neuseeland ist multikulturell und hat es geschafft, sehr viele Arbeitsmigranten jeglicher Nationen aufzunehmen. Bis auf wenige Ausnahmen gelingt ein friedliches Neben- und Miteinander. Jacinda Ardern, Labour Party, wurde im Oktober 2017 mit 37 Jahren Premierministerin, bekam ihre Tochter während ihrer Amtszeit und setzt sich unermüdlich für ein gutes Zusammenleben der Kulturen, soziale Gerechtigkeit, Gleichstellung der Frauen, Ausbau der Kinderbetreuung, Umweltschutz, etc ein. Sie ist sehr geschätzt in diesem Land!

Da meine Stories jedoch unter dem Titel „Wohngeschichten“ laufen, möchte ich auch ganz speziell auf die Wohnsituation in Neuseeland eingehen. Wie kann man sich das Wohnen hier vorstellen? Im Sommer und Herbst meist traumhaft, im Frühling geht’s noch, doch die Winter sind ziemlich kühl! Die meisten Häuser sind reine Holzkonstruktionen mit Holzvertäfelungen im englischen Stil, reich verziert, kleine Villen, erbaut zwischen 1920 und 1950, hübsch anzusehen, aber weder isoliert, noch mit Thermoverglasung ausgestattet. Der ständige Wind pfeift durch alle Ritzen und Löcher. Heizungen sind nicht üblich, man behilft sich mit elektrischen Radiatoren, die unentwegt Energie verschwenden. Dies ist ein großes Manko in der neuseeländischen Umweltpolitik, die ansonsten sehr innovativ ist. Denn die Mülltrennung, das Recycling, der Arten-und Naturschutz und die Gesundheitsvorsorge sind vorbildlich (nebenbei angemerkt: eine Schachtel einer gängigen Zigarettensorte kostet ca. 12 Euro).

Häuser werden nicht aus Ziegeln oder Beton errichtet, schon deswegen, weil Holzkonstruktionen erdbebensicherer und elastischer sind, doch seit einigen Jahren wird Dämmmaterial verwendet und dies wurde auch gesetzlich verankert. Alte Häuser müssen nachgerüstet werden, dafür gibt es Förderungen. Doch man kommt den Neuerungen nur sehr schleppend nach, wohl auch aus finanziellen Gründen. Die Masse der Kiwis verdient nicht sehr viel und das tägliche Leben in Neuseeland kostet gleich viel wie bei uns. Allerdings sind die Steuern wesentlich geringer. Die neueren Häuser sind bereits gut isoliert, allerdings werden die Fenster nur einmal verglast. Wenn man auf den hier überall so beliebten gepolsterten Fensterbänken sitzt, schadet es nicht sich eine Decke um die Hüfte zu legen um sich nicht zu erkälten.

 

Apropos: Die Kiwis sind „erkältungsresistent“!! Wenn ich eingepackt in Jeans, Kapuzenpulli, Schal, darüber Windjacke und Stirnband auf der Strandpromenade mit meiner kleinen Enkelin spazieren gehe, laufen sie an mir vorbei in Shorts, schulterfreien Tops und sonnen sich im Badeanzug. Spezielle Freaks gehen sogar schwimmen … man bedenke, das Wasser in diesem Teil der Erde kommt aus der Antarktis!?! Ich werde amüsiert angeguckt und wegen meines Outfits sofort als Tourist entlarvt. Selbst in der Kita (hier „Day care for early learning“ genannt), laufen die Minikiwis barfuß herum, obwohl der Spielraum nicht beheizt wird. Die Kleinen sind außerdem bei wirklich JEDEM Wetter draußen und werden somit schon im Babyalter thermisch abgehärtet!

 

Häufiger An – und Verkauf von Häusern ist hier ähnlich wie in Amerika gang und gäbe. Man bleibt normalerweise nicht sein Leben lang in einem Haus, so wie es bei uns üblich ist. Wenn man umsiedeln möchte, wendet man sich an einen Makler oder an eine entsprechende Internetplattform. Die Objekte können an sogenannten „Open Home Days“ besichtigt werden (da kommen dann alle Interessenten auf einmal). Es gibt keinen Verkaufspreis, nur eine Wertschätzung, nach dem die Grundsteuer berechnet wird. Dieser Preis ist aber sehr niedrig. Man muss ordentlich drauflegen, wenn man ein Angebot stellen will, das Chancen hat. Danach hat man eine bestimmte Zeit zur Abgabe eines „Offers“ und nach Ablauf dieses Tages wird man informiert, ob man Bestbieter war oder durch die Finger schaut. Einige Freunde haben auf diese Weise schon Absagen erhalten, mittlerweile sind sie aber selbst Profis beim Einschätzen einer Immobilie und fast alle haben ihr Traumhaus gefunden und auch bekommen.

 

Ich bin nun noch bis Mitte Jänner in diesem wunderschönen Inselstaat, der an floraler Vielfalt und an Naturwundern kaum zu übertreffen ist und der etwa die dreifache Größe Österreichs hat, aber nur ungefähr halb soviel Einwohner.  Daraus kann man erkennen, dass das Land eher dünn besiedelt ist, bis auf den Ballungsraum um Auckland (hier wohnt ca. 1/3 der neuseeländischen Bevölkerung). Etwa 70% der Kiwis sind europäischer Abstammung, 20% einheimische Maori und pazifische Insulaner, die restlichen 10 Prozent sind Asiaten und Menschen aus aller Herren Länder. Eine bunte, reizvolle, interessante Mischung, die, wie eingangs schon erwähnt, friedlich zusammenlebt.

 

Sehr viel habe ich schon gesehen, sehr viel steht noch am Programm. Dafür bedarf es aber weiterer Besuche. Und falls meine Kinder in Neuseeland bleiben, wird sich die Möglichkeit dazu ergeben.

 

Nun aber erst Mal „Auf Wiedersehen, Goodbye, Haere ra!

 

Eure Kiwi -Rita

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