Immer diese Provision

Nach dem Entschluss, seine Immobilie zu verkaufen, wird man oft – und ohne es bewusst zu spüren – von einer kleinkrämerischen Gier befallen. Man will die Sache selber durchziehen: ohne Makler und ohne Provision zu bezahlen. Man fühlt sich stark und fähig, cool und clever genug, dieses Projekt alleine zu stemmen. Bald aber schon stellt sich heraus, dass bei einem Handel dieser Dimension Profis am Werk sein sollten, die ihr Handwerk verstehen.

 

Voller Erwartung sause ich schon um sechs Uhr früh zum Postkasten und hole die wöchentlich erscheinende Regionalzeitung und unsere Lieblingstageszeitung. Da wir uns entschlossen haben, unser Haus zu verkaufen, um uns das Leben in einer kleineren Immobilie bequemer zu gestalten, haben wir den Stier bei den Hörnern gepackt und begonnen, Inserate zu schalten. Unsere zwei hübschen Annoncen blitzen uns entgegen, ansprechend formuliert, mit allen wichtigen Informationen und einem netten Foto, sowie der Bemerkung „Preis auf Anfrage“.
Unserer Meinung nach ist das Haus sehr gut in Schuss, gepflegt, gut ausgestattet, ohne technische Mängel, in sehr guter Lage im Grünen und für jeden Hauskäufer ein Volltreffer. Wir sind uns deshalb sicher: Wir werden einen sehr guten Preis erzielen!

Wir wollen den Verkauf ohne Makler durchziehen, um uns die Provision zu „ersparen“. Was ein Makler kann, das können wir doch selber auch, denken wir: Fotos machen, Annoncen ins Internet stellen und in der Zeitung platzieren, Anfragen beantworten, Gesprächstermine koordinieren, Besichtigungen durchführen, Verträge mit dem Notar besprechen …

Mit Elan starten wir in die Woche, in der wir die ersten Anrufe erwarten.

Einige Tage lang tut sich gar nichts! Erst am Wochenende klingelt das Telefon. Sonntagabend zählen wir acht Anrufe. Sechs Anrufer verabschieden sich bereits nach der Bekanntgabe der preislichen Verhandlungsbasis und zwei möchten einen Besichtigungstermin. Wir fiebern diesen Terminen entgegen, putzen, räumen auf, schmücken, mähen den Rasen, stellen Getränke kalt, frische Blumen auf den Tisch und kaufen Knabbereien für die erwarteten Besucher.

Der erste Interessent ist ein frisch geschiedener Vater zweier Kinder, der uns in großer Melancholie seine Lebensgeschichte erzählt und der seinem eigenen, verlorenen Haus nachtrauert. Er möchte seinen Kindern, wenn sie bei ihm auf Besuch sind, ein schönes neues Heim bieten. Nach einigen Gläsern Bier gesteht er, dass er noch hoch verschuldet ist, dass er Alimente und Unterhalt zahlen muss und eigentlich kein Geld hat. Er pocht auf unser Mitgefühl, um den Preis niedrig zu halten. Nach einer gefühlten Ewigkeit verlässt er uns – das Gespräch hat ihm gutgetan, er wollte mit jemandem reden. Wir haben nichts mehr von ihm gehört!

Für den nächsten Tag ist der zweite Besichtigungstermin anberaumt. Der Name des Interessenten klingt exotisch, aber er spricht sehr gut Deutsch am Telefon. Da ich mich frei von Vorurteilen wähne und es mir kein Problem bedeutet, mein Haus an eine nette Familie mit Migrationshintergrund zu verkaufen, freuen wir uns schon auf den Besuch.

 

Als ich die Haustür öffne, stehen der Hausinteressent und sein Bruder vor der Tür. Bei der Besichtigung wird ihr Gesicht lang und länger. Die Familie zählt zehn Personen und da ist wahrlich zu wenig Platz im Haus. Nach zwei Stunden reden, Tee trinken, und der Pflege interkultureller Kontakte verabschieden sich die Brüder, nicht ohne eine Gegeneinladung auszusprechen.

Wir leben einige Wochen in einem Durchhaus: Das junge Paar, das ein fertiges Haus auf Mietkaufbasis möchte, der quirlige Start Up-Unternehmer ohne Geld, der gut situierte Silverliner, der das Haus gleich abreißen will, weil er nur am Grundstück interessiert ist. Wir lernen viele nette, aber auch eine Menge verhaltensoriginelle Leute kennen, opfern unsere Freizeit, stehen ständig unter Strom, sind permanent online und schlafen mit dem Handy unterm Kopfkissen, um ja keinen Anruf zu verpassen.

 

Erschöpft hoffen wir auf ein paar ruhige Tage.   

Doch das ist eine blauäugige Hoffnung. E-Mails, Anrufe, zugesagte und kurzfristig wieder abgesagte Besichtigungstermine gehen ineinander über. Wie gut, dass mein Liebster schon in Pension und daher verfügbar ist. Aber keines dieser vielen Gespräche führt zum gewünschten Erfolg! Wir haben noch immer keinen Käufer gefunden! 

 

Wir sind verwirrt, desillusioniert, frustriert! Haben wir uns mit dem selbständigen Verkauf zu viel vorgenommen? Haben wir die damit verbundene Arbeit unterschätzt? Sind wir doch nicht so clevere und coole Verkaufsgenies, wie wir angenommen hatten? Letztendlich müssen wir uns eingestehen, dass es so ist. Wir nehmen unser Haus wieder aus dem Internet und aus den Zeitungen und beschließen, uns nun doch an einen Makler zu wenden: Gedacht, gesagt, getan!
Wir schreiben einige Maklerbüros an, die ihre Mitarbeiter schicken, die das Haus bewerten und Erstgespräche führen, doch das ist eine andere Geschichte. Letztendlich finden wir auf Empfehlung von Bekannten den Makler unseres Vertrauens.

Er stellt unser Häuschen auf seine Website, rührt die Werbetrommel, lässt sein Netzwerk spielen und lenkt den Hausverkauf mit Verständnis und Verstand zum gewünschten Ziel. Wir müssen nichts mehr selber tun, überlassen ihm alle Gespräche und Kontakte und gehen während der Hausbesichtigungen spazieren oder ins Kaffeehaus. Nach zwei Wochen gibt es einen potenziellen Käufer und einen Termin beim Notar. Der gewünschte Preis ist erzielt, die Rechtssicherheit ist durch die offizielle Abwicklung gegeben, und der Käufer ist perfekt ausgewählt.

 

Wir sind überglücklich und stellen fest:

 

Hätten wir doch gleich von Anfang an einen kompetenten Makler für unser Vorhaben ins Boot geholt! Uns wäre viel mehr erspart geblieben als die Provision; nämlich die Ersparnis an Zeit, Frust und Nerven, die viel höher zu bewerten ist, als die Ersparnis einer Geldsumme, die allein durch den höheren Verkaufspreis hinlänglich hereingespielt wurde.

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