Borgen statt Sorgen

Wenn man sich entschlossen hat, in eine neue Wohnstätte zu übersiedeln und einen Neubeginn zu starten, stellt sich oftmals die Frage: Mieten oder Kaufen? Gerade bei der 60+ Generation ist diese Entscheidung mit vielen realen, aber auch irrealen Gedankengängen behaftet. Hab und Gut, Besitz anzuhäufen, ist ein ehrenwertes Ziel. Die Möglichkeit, etwas zu vererben, etwas, das von uns an die nächste Generation weitergegeben werden kann, etwas, das von uns bleibt, verleitet uns nur allzu oft, uns in Schulden zu stürzen und uns das Leben im Alter nicht eben leicht zu machen. „Besitz besitzt“, ist eine alte Weisheit, und Loslassen will auch gelernt sein.

Wir haben sie gefunden!  

Jung, modern, praktisch, wohlgeformt, mit Ecken und Kurven bestückt, freundlich, kuschelig, gemütlich, pflegeleicht, sparsam, ohne Barrieren. Es war Liebe auf den ersten Blick! Alles in allem ein Volltreffer! 

 

Nein, ich spreche nicht von einer Dame aus einer Kontaktanzeige, ich spreche von unserer neuen Wohnung!                                    Unser Entschluss steht fest. Wir werden einen Neustart wagen und uns von unserem Haus trennen. Viele Monate des Nachdenkens und der Entscheidungsfindung sind vorausgegangen, viele Objekte haben wir besichtigt, aber nun haben wir „SIE“ gefunden.                Wir werden sie kaufen und nochmals übersiedeln um uns das Leben bequemer zu machen, altersgerechter, unabhängiger und kostengünstiger. Wir wollen ja schließlich unser Leben noch genießen, verreisen, wann immer uns danach ist, zusperren und losfahren. Im Sommer ohne einen Gedanken an Pool – und Gartenpflege, im Winter ohne einen Gedanken an Schnee räumen und Wassereinbruch. Ohne nur einen Gedanken an Alarmanlage und Hauswache.                                                                                      Frei, ja  befreit, von all den Lasten die der Besitz eines Hauses mit sich bringt. Aus dem Vollen schöpfen!

 

Vom Erlös des Hausverkaufs erwerben wir die neue Wohnung, tilgen ein paar Schulden, die noch auf dem Haus lasten, richten die Wohnung neu ein, machen unsere heißersehnte Weltreise und vielleicht geht sich auch noch ein neues Auto aus. Ja, und später bekommen unsere Kinder die Wohnung und ihr Erbe wäre gerettet. So weit, so gut!   

Wir rechnen und verschieben, überlegen und hasardieren. Unser Bankberater braucht starke Nerven. Am Ende des Tages müssen wir leider erkennen, dass nicht so viel Bares übrigbleibt, wie wir gedacht hatten und wir die Weltreise und das neue Auto auf einen späteren Zeitpunkt verschieben müssen. Könnten wir nicht doch einen kleinen Kredit aufnehmen? Vielleicht einen Bausparer? Wir sind doch noch nicht gar so alt und haben beide ein gutes Einkommen. Mein Gehalt und meines Liebsten Pension sind ausreichend für die Rückzahlungen und spätestens mit 80 wäre der Kredit abbezahlt. Mit 80!!! 

 

Und plötzlich hat es „Klick“ gemacht! Mit 60+ Bares in ein Wohnobjekt zu stecken und dafür auch noch einen Kredit aufzunehmen zeugt nicht gerade von Geistesgröße. Wir wollten doch das neue Leben ohne finanzielle Sorgen genießen, ohne wieder jeden „Groschen“ umdrehen zu müssen. Wir wollten doch ein klein wenig anlegen als eiserne Reserve fürs Alter und bis dahin großzügiger leben als bisher und uns dies und jenes leisten. Wir wollten uns einige Wünsche erfüllen, die wir ein Leben lang ersehnten. Es darf auch ein wenig Luxus dabei sein! Das haben wir uns doch verdient! Unser Vermögenscheck aber hat uns wieder auf den Boden der Realität zurückgeholt. Wenn wir „besitzen“ und „vererben“ wollen, gibt es keine Luxusgüter, da bleibt es halt so wie es bisher war. Ein angenehmes, aber nicht sehr ereignisreiches Leben, mit wenig finanziellem Spielraum. 

Was tun? Es ist zum Haare raufen, die Euphorie ist gänzlich verflogen. Noch eine Woche bis zum Vertragsabschluss!  Alles sausen lassen?                                                                                                                                                                                                        Wir berufen eine Familienkonferenz ein, via Skype, da keines der erwachsenen Kinder mehr daheim wohnt und weihen sie in unser Problem ein. Wir kontaktieren den Bankberater und führen ein ausführliches Gespräch mit unserem Lieblingsmakler. Kaum zu glauben, welchen Rat sie uns alle unisono geben: So mietet doch!!!! 

 

Mieten? Das war nicht mal angedacht, das stand nie zur Debatte, das gabs in unserer Denkweise nicht!                                                Mieten? Da hat man ja kein Eigentum mehr und kann auch nichts vererben! Oder aber: Mieten! Da braucht man keine Angst mehr um seinen Besitz zu haben, kann sein Bares anlegen und sich mit dem Rest viele sehnliche Wünsche erfüllen.                                            Man kann seinen Kindern und Enkelkindern ab und zu etwas zustecken, ohne sorgenvollen Blick ins Portemonnaie.                              Mieten!  Da kann man locker leben und schuldenfrei seinen Lebensabend genießen und man kann vielleicht sogar noch ein wenig Bares vererben, wer sagt da schon nein.                                                                                                                     

Und plötzlich lichten sich die Nebel und uns wird klar, wie sehr wir in unserem Denken und Streben gefangen waren und wie licht es plötzlich wird, als unsere Entscheidung fällt.

 

Nachtrag: eine Woche danach unterschrieben wir unseren Mietvertrag auf 10 Jahre mit Option auf Verlängerung, bevor wir mit unserem neuen Cabrio in die Toskana abreisten.

La vita e bella!

 

 

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