Bleiben Sie elastisch

Wenn man spürt, dass etwas fehlt oder nicht gut läuft und nicht in Ordnung ist, dann ist es Zeit, im Leben etwas zu verändern. Denn wenn Situation und Gegebenheiten über uns gebieten, werden wir starr und verdrießlich. Und das merken nicht nur wir selbst, sondern auch unsere Mitmenschen. Der Text von Konstantin Weckers Lied „Wer nicht genießt, wird ungenießbar“, hat mich schon einige Male wachgerüttelt!

 

Ab 30, so heißt es, seien die Persönlichkeit und die Charakterzüge festgefügt und würden sich im Alter immer noch mehr verfestigen. Das mag einerseits beruhigen: Man hat seine Lebensweise und seinen Weg gefunden und muss sich nicht mehr ständig mit „Anpassungen“ bemühen. Andererseits führen das tägliche Einerlei, der Alltagstrott und das „Eh schon vorher wissen, was rauskommt“ zu Starre, Abstumpfung und Verlust von Lebensqualität; oftmals aber auch zu einer inneren Unruhe und Unzufriedenheit, die in existenzielle Fragen mündet: „Wozu lebe ich (noch)? Was hat das alles für einen Sinn?“

 

Mobilisiert man aber die Kraft zu einer Veränderung, auch wenn sie anfänglich weh tut oder so gar nicht ins vorgeplante Lebensbild passt, kann es gelingen, sein Leben immer wieder neu aufzustellen.

Meiner Freundin Klara haben drei einschneidende Lebensereignisse hohe Elastizität und großen Mut abverlangt.

Als sie 18 Jahre alt war, starb ihr Vater. Als wohlbehütetes und liebevoll verwöhntes Mädchen, das ohne eigene Verantwortung in die Familie eingebettet war, stand sie plötzlich allein vor den Trümmern ihrer Kindheit und Jugend. Die Mutter hatte mit sich selbst zu kämpfen und befand sich in einer Art Schockstarre. Sie konnte Klara anfangs nicht helfen, und so musste die 18-Jährige selbst mit der neuen Lebenssituation fertig werden.

Ihre jugendliche Leichtigkeit half ihr auf die Sprünge: Sie machte den Führerschein, begann ihr Jurastudium, zog ins Studentenheim und verliebte sich Hals über Kopf. Durch diese Liebe, den Ortswechsel und die Ausbildung gelang es Klara, ihr Leben wieder auf einen positiven Kurs zu bringen. Heute noch dankt sie ihrer Mutter, dass sie sie damals hatte gehen lassen, obwohl sie selbst Trost gebraucht hätte.

Die zweite Lebenskrise, die Klara sehr viel Kraft gekostet und fast ihren gesamten Energievorrat aufgebraucht hat, war ihre Scheidung.

Klara war Ende 30, hatte drei Kinder, ein großes Haus und arbeitete in der Firma ihres Mannes. Dann schlug das Schicksal in Form einer anderen Frau zu, die in sein Leben trat: Aus der Traum, alles vorbei! Das Leben zeigte sich von seiner bitteren Seite. Die jugendliche Leichtigkeit war dahin, und das Loslassen fiel ungemein schwer. Klara erlebte Höhen und Tiefen, die sie niemandem wünschen würde.  

Diesmal dauerte die Phase der „Kurskorrektur“ länger als in jungen Jahren. Sie glaubte zu diesem Zeitpunkt auch, wesentlich mehr zu verlieren, als es im Rückblick wirklich war: Das große Haus, der sichere Job, die gesellschaftliche Stellung, … alles Dinge, auf die sie zu diesem Zeitpunkt glaubte, nicht verzichten zu können. Trotzdem fand sie wieder einen Weg sich „rauszuwursteln“; wieder hatte das „Loslassen“ oberste Priorität.

Sie bezog mit den Kindern eine hübsche Wohnung in einem anderen Ort, kaufte neue Möbel, ein neues Auto, und das Allerwichtigste: sie begann wieder in ihrem alten, erlernten Job zu arbeiten. Durch diese einschneidenden Veränderungen konnten ihr Körper, ihr Geist und ihre Seele gesunden.

 

Sie musste zwar große Kurskorrekturen vornehmen, die sie sehr schmerzten, sie musste ihre Ansprüche anpassen und mutig und flexibel sein ... doch es hat sich gelohnt.

Die Jahre vergingen, die Kinder zogen aus. Klara war zufrieden mit ihrem Leben und in ihrem Beruf. Sie kaufte sich ein nettes kleines Haus, pflegte Freundschaften, machte Urlaube, hatte gelegentlich eine Affäre und führte ein angenehmes, ruhiges Leben. Nie hätte sie gedacht, dass sich diese Situation noch einmal verändern würde!

Sie hat sich nämlich im Alter von 50 Jahren noch einmal Hals über Kopf verliebt! So wie damals mit 18! Sie wollte es mit 50 noch einmal so richtig wissen und ihre längst schon wieder ausgetretenen Pfade erneut verlassen. Denn auch diese Liebe brachte große Veränderungen: einen neuen Lebenspartner mit anderen Gewohnheiten, eine neue Wohnung in wieder einem anderen Ort, neue Verwandte und Bekannte. Die einzige Konstante war Klara selbst, obwohl auch sie sich in Nuancen verändert und ein höheres Selbstwertgefühl bekommen hatte und emotional stabiler geworden war.

 

Klaras Leben, mein Leben, das Leben vieler meiner Freundinnen und Freunden laufen sehr ähnlich ab.

Sicher sind Anzahl und Intensität der Lebensereignisse nicht immer vergleichbar, wohl aber die Möglichkeit einer „elastischen Bewältigung“. Man muss sich nur darauf einlassen...

Wenn Klara und ich nun in ruhigen Stunden und bei einer guten Tasse Espresso unser Leben betrachten, sind wir dankbar für die einschneidenden Ereignisse, die uns immer wieder eine Kursänderung abverlangt haben: Wir sind gereift, und unsere Erfahrungen konnten wachsen. Die Tatsache, dass auch im höheren Alter „noch etwas geht“ nehmen wir als Erleichterung und Hoffnung wahr. Das Leben besteht aus vielen kleinen Entscheidungen: ein Loslassen da, ein Hinnehmen dort, flexibel und elastisch bleiben, sich Weltoffenheit aneignen und Prioritäten und Ziele anpassen. So man glücklich sein (und bleiben), auch wenn mal nicht alles so reibungslos läuft.

 

Und wenn das Wort „situationselastisch“ auch das Unwort des Jahres 2014 war, birgt es aufs Leben bezogen doch jenes Quäntchen Weisheit, dass unser Leben erleichtert und bereichert: Das einzig Konstante in unserem Leben ist die Veränderung.

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