Abgespeckt

Was macht man mit „zu viel“? Diese Frage stellt man sich in unserer Überflussgesellschaft immer öfter. Was hat sich in und um uns nicht alles angesammelt? Hüftgold am Körper, Kram in der Wohnung und vergangene Erlebnisse in unserem Gehirn. All das blockiert Speicherplätze und Energien: Abspecken, aufräumen, loslassen, das tut nicht nur unserem Körper und unserem Wohnraum gut, sondern wir helfen damit auch unserer Seele, neue Energie und Lebenslust freizusetzen und Ordnung für einen Neubeginn zu schaffen.

 

Jetzt ist es wieder soweit! Zornig und enttäuscht verlasse ich das Modegeschäft, in dem ich mir ein neues Outfit für das Frühjahr kaufen wollte. Die drei Modelle in meiner Größe waren langweilig und die vielen hübschen waren mir zu klein. Ich bin sauer und desillusioniert. Soll ich mich mit meiner üppigen Figur abfinden, oder soll ich was dagegen tun? Zwei Seelen kämpfen, ach, in meiner Brust.
Die eine Seele sagt: „Du bist ja schon 60+ und darfst ruhig ein wenig mehr wiegen. Du musst niemandem etwas beweisen. Dein Mann liebt dich auch mit Pölsterchen. Außerdem glättet Fett die Falten im Gesicht. Und wenn du mal krank werden solltest, hast du Reserven!!!“

 

Papperlapapp! Alles Ausreden, um nicht die Herausforderungen einer milden Ernährungsumstellung und eines sanften Bewegungsprogramms anzunehmen.

 

Nicht nur der Körper zeigt die Spuren des guten Lebens. Wer sich einmal konzentriert und bewusst in den eigenen vier Wänden umsieht, wird schnell feststellen, wie viel „Zeug“ sich angesammelt hat. Viele Gegenstände, Kleidungsstücke, Bücher und Krimskrams sind jedoch mit Erinnerungen und Emotionen verbunden, und es fällt verdammt schwer, sich davon zu trennen. „Das Bild hat mein Onkel gemalt, und obwohl ich es nicht ansprechend finde, möchte ich es den Kindern vererben, damit es in der Familie bleibt. Der Schmuck ist von Großmutter und seit 80 Jahren im Familienbesitz. Der Pelzmantel war doch damals so teuer, der ist zu schade für den Flohmarkt.“ Na, und dass das Hochzeitsporzellan – kaum jemals verwendet – die Vitrine blockiert, wird tunlichst ausgeblendet.

 

Papperlapapp! Alles Ausreden, um nicht loslassen und sich notwendigen Entscheidungen stellen zu müssen.

 

Neben den „Äußerlichkeiten“ (wie Körper und Wohnraum), sind da aber auch noch unsere Seele und unser Geist, die oftmals überladen sind. Gute und schlechte Erinnerungen, drückende Altlasten, Pflichten und Sorgen, aber auch freudige Momente füllen unseren geistigen Speicher aus. Sie lassen nur wenig Platz zur Aufnahme von neuen Eindrücken, zum Erlernen neuer Fähigkeiten und zur achtsamen Wahrnehmung, was brauchbar und nützlich ist, oder was eigentlich stört, blockiert, ja, manchmal sogar krank macht.

„Ich kann doch nicht Erinnerungen, ob gut oder schlecht, aus meinen Gedanken entfernen. Das ist meine Vergangenheit, mein Leben. Pflichten gehören dazu. Man darf doch nicht vergessen, was einmal war. Ich bin es meinen Kindern und Enkelkindern schuldig, mein Leben zu dokumentieren, damit sie wissen, woher sie kommen und was sie zu dem gemacht hat, was sie sind. Meine Fehler muss ich mir in Erinnerung rufen, damit ich sie nicht wieder begehe und meine positiven Eigenschaften gereichen mir zur Ehre!“

 

Papperlapapp! Alles Ausreden, um etwaige Fehlentscheidungen und Missstände zu entschuldigen oder sich bei seiner Nachkommenschaft positiv darzustellen.

 

Bei unserem Umzug vom Haus in die neue Wohnung waren die Wände weiß und hell, die vorhanglosen Fenster ließen das Licht ohne Barriere in die leeren Räume fließen, und es duftete nach frischer Farbe. Jungfräulich im sprichwörtlichen Sinn, unberührt und frei. Mein Liebster und ich haben diese Freiheit in vollen Zügen aufgenommen und schliefen sogar vor dem Umzug einige Tage auf Luftmatratzen in der neuen Wohnung. Wir fühlten uns wie neugeboren, jung und erfüllt von Tatendrang.

Als die Umzugskisten sich jedoch im Flur stapelten und die Wohnung voll und voller wurde, machte sich Panik in mir breit. Wo sollen wir das alles unterbringen?

Dann las ich einen Artikel über die Japanerin Marie Kondo. In Japan sind die Wohnungen klein und Ordnung ist deshalb ein „Überlebensprinzip“. Marie fackelt nicht lange und ist überzeugt davon, dass man mit ihrer Methode des Aufräumens nicht nur den Wohnraum, sondern auch die Seele und überhaupt gleich das ganze Leben nachhaltig verändern kann.

„Magic Cleaning“ heißen ihre beiden Bücher und „Aufräumen mit Marie Kondo“ ihre Serie bei Netflix. Ihr Credo ist, alles in die Hand zu nehmen und zu fragen: „Bringt es mir Freude? Macht es mich glücklich, dieses Teil zu besitzen und zu bewahren?“

 

Wenn die Frage nicht eindeutig mit „Ja“ beantwortet werden kann, dann bedankt man sich bei diesem Gegenstand und gibt ihn weg. Dieser Zugang zum Thema Loslassen berührte mich zutiefst, und mein Liebster und ich begannen, noch einmal alle Kisten zu durchforsten. Zu guter Letzt blieben noch acht von zwanzig Kisten übrig, der Rest kam Flohmärkten, sozialen Institutionen und damit Bedürftigen zugute.

Mit dem Aufräumen der Alltagsgegenstände und dem Loslassen ging auch das Aufräumen unserer Seele einher. Und, kaum zu glauben, auch die Veränderung des Körpers ins Positive. Jedes Weggeben war eine Therapie gegen das Zuviel!

Nun leben wir schon zwei Jahre in unserer neuen Wohnung. Wir haben unsere „Güter“ auf ein Drittel von vorher reduzieren können. Wenn wir etwas Neues kaufen, kommt etwas Altes weg. Unser Herz und Hirn sind wieder aufnahmefähig, und wir haben den Schritt zum „Abspecken“ bisher noch nie bereut. Vielleicht hat uns die Entscheidung, das Haus aufzugeben und in eine Wohnung zu ziehen, ein wenig beim Loslassen geholfen. Doch auch ohne Umzug kann man das Prinzip des Aufräumens umsetzen und frei nach Feng Shui Dinge mit negativer Energie entfernen und sich damit von belastenden, störenden oder auch krankmachenden Energien befreien.

  

Was wenig spektakulär mit dem Besuch im Modehaus angefangen hat, endete bei uns mit einem aufgeräumten, altlastenfreien, leichten und hellen Wohn- und Lebensraum, der unser Seelenleben widerspiegelt und unsere Gesundheit, Psyche und Selbstwahrnehmung in eine positive Richtung beeinflusst hat.

 

Denn: Wer es schafft, sich in einer Welt des Überflusses bewusst abzugrenzen, hat mehr vom Leben!

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